Abi-Kinder heute!

Nicht wenige der Älteren sagen, dass ihr Abi in den 60er und 70er viel schwerer war. Auch die Länder untereinander stritten damals nicht um den Wert, ihre Abiturienten wären die besten.  Damals hätte man auch nicht jedes  Depperle durch die Türen  eines Gymnasiums

gezwängt, nur weil es die Eltern unbedingt wollten und mehr das Sagen als die Lehrer hatten. Und wenn es dann trotzdem zu Auseinandersetzungen kam, so klärte das dann endgültig eine Aufnahmeprüfung. Der Notendurchschnitt liegt heute nachweislich um fast 0,4 unter den Werten von damals. Aber auch die Menge der Abiturienten ist mit fast 28% höher als damals. Sicherlich ein Grund der heutigen Abwertung der Hauptschule, die heute bei Arbeitgebern  nur geringschätziges Abwinken hervorruft. Interessantes Ergebnis von Untersuchungen der noch immer zur Minderheit zählenden weiblichen Abiturienten: Sie haben prozentual nicht nur die Mehrzahl der Abschlüsse mit 1, sie haben auch die Mehrzahl der Abschlussnoten >3. Wie gut sind denn insbesondere weibliche Abiturienten bei nicht spezifizierten Alltagsfragen? Diesen Test machte eine bekannte Illustrierte Anfang 2010.

Sport, insbesondere Fußball, wurde weitgehend nicht in den Fragetopf aufgenommen. Das Ergebnis, oft in Foren schon ähnlich dokumentiert, sollte aber nicht so heftig ernst genommen werden. Interessant bleibt es aber dennoch und regt sicher so manchen zum Nachdenken an. War früher alles schwerer, waren die Abi-Kinder früher einfach besser?

Sie sind so zwischen 1990 und 1992 geboren. 41% von ihnen kennen nur einen Papst, knapp 35% können maximal nur einen Kanzler vor Helmut Kohl benennen und gut zwei Drittel wissen nicht wer Walter Ulbricht war. Bei „The Day After“ denken 60% an Kopfschmerzen, nicht aber  an einen realen Film. Cola gab es schon immer nur in den unverwüstlichen Plastikflaschen. Der Verschluss war immer aus Kunststoff und nie aus Metall. Aber Cola in 1 Literflaschen aus Glas? Das wussten nur lockere 3%. Auch kaum mehr als 5% konnten fehlerlos die 8 Zeilen des Deutschlandliedes aufsagen und nur knapp die Hälfte wusste, dass diese bekannten 8 Zeilen ausschließlich der 3. Strophe  angehören.

Und was sind übrigens Knibbelbilder? –Ministeck? Da kommt schon Ratlosigkeit bei gut zwei Drittel der Mädels auf.

Atari ist für mehr als die Hälfte genauso weit der Name Schallplatten: Vinyl hilft, denn sie haben nie einen Plattenspieler besessen, da ja schon vor ihrer Geburt die Compact Disc erfunden wurde. Dafür kennen gut 50% den Unterschied zwischen Compact Disc, CD-ROM und BluRay, aber 80% können nichts mit dem PAC-MAN anfangen. Und erst recht kann niemand von ihnen glauben, dass früher Geld ausgegeben wurde, um ein „Schläger-Telespiel“ zu spielen, das nicht einmal annähernd so aussah wie Tennis …

Im Übrigen hieß Twix niemals Raider und hatte rein gar nichts mit Lara Croft zu tun, deren Namen keine 20% zuordnen konnten. Geschweige denn, dass die Lara was mit dem „Pausensnack“ zu tun hatte. Und was zum Teufel sind Treets? Immerhin, ein knappes der Zehntel der Weiblichkeit wusste es.

Auf PUMA reagierte nur ein Drittel mit Wildkatze als spontane Antwort, der Rest machte den Begriff an einer Sportmarke fest. Dafür gibt es keine Marken, die „Vanilla“ oder „Fiorucci“ heißen und erst recht gab es nach der Ansicht von 85% der Befragten nie eine Zeit ohne Marken. Auch dass ein Parka eine Edelmarke ist, glaubten 72%, dazu gehörten auch die Palistinensertücher. Wo gerade vom Outfit gesprochen wird: Was sind Popper? Was ist ein Popperschnitt? Über die Hälfte der weiblichen Abiturienten wussten das nicht!

Diese junge Generation hat nie einen Fernseher mit nur drei Programmen gesehen, völlig zu schweigen von einem Schwarz-Weiß-Fernseher, war aber zu immerhin 36% der Meinung, dass auch Schwarz-Weiß-Fernseher früher schon von Anfang an mit einer Fernbedienung geliefert wurden. Oma, also Baujahr 30/40, hatte auch schon Kabel- oder Satelliten-Fernsehen meinte ein Viertel und was Beta bedeutet,  beantworteten tolle 12% !

Der Walkman wurde eindeutig von Sony vor ihrer Geburt erfunden, wahrscheinlich wussten deshalb kaum 60%, dass man in diese Dinger keine CD hineindrücken kann. Dafür kannte knapp ein Fünftel der befragten Generation das alte Walkman-Mobiltelefon, das auch wie ein MP3-Player funktionierte. Dass der Name ‚Handy’ aber keinesfalls englisch/amerikanischen Sprachenursprungs, sondern nur eine Erfindung der reinen deutschen Umgangssprache ist , erahnte auch nur knapp ein Fünftel der Befragten.

Rollschuhe haben Rollen, die hintereinander angeordnet sind und der Schuh war immer schon dran – aber was sind denn nun richtige Disco-Roller? Ratlosigkeit nur bei gut 10%, aha – gewusst wie, Wetten dass? Thomas Gottschalk hat Wetten dass?’ erfunden, jedenfalls meinten das 71% (Frank Elstner wird sich schwarz ärgern)! Und Pommes nennt man so, weil sie schon immer im Backofen und aus der Tüte gemacht wurden, glaubten zum Glück nur knapp 15%. Demnach konnten 85% gar nichts mit den Bonanza-Rädern anfangen, 85% wussten aber entgegengesetzt, was BMX-Räder sind.

Seltsamerweise kennen 94% der weiblichen Abiturienten die Namen Ballack, aber nur 70% ordnen ihn dem Fußball zu. 24% haben ihn mal irgendwo gesehen und würden ihn toll (aussehen!) finden. Auch fast 96% kennen einen Günther Netzer und einen Kaiser Franz. Aber 34% der Weiblichkeit meinten: Das sind nur Fußball-Kommentatoren. Einen Bugatti kennen nur 40%, aber einen Bushido immerhin 92%. Die Mehrzahl der knapp Zwanzigjährigen haben noch nie beim Schwimmen über den Weißen Hai nachgedacht, bei der Altersklasse ihrer Eltern wurde das auch schon mal nachgefragt, und da ist es genau umgekehrt. Die Abi-Frischler wissen in der Überzahl nicht wer Mork war und warum er vom Ork kommt, fast die Hälfte aber kennt einen ET, über 3 Viertel der Befragten kennen den Terminator, fast 100% wissen, wer Harry Potter ist. Ihnen ist scheißegal wer einen J.R. erschossen hat und außerdem haben sie keine Ahnung, wer dieser J.R überhaupt war. Immerhin  ordnen 90% den Ort Dallas dem richtigen Land zu.

Bei der Mehrzahl war Michael Jackson immer schon ziemlich weiß (blass), Elvis Presley war in Rammstein stationiert. Aber die meisten entschuldigen diesen Irrtum damit, dass sie den Ort mit einer deutschen Rockband ver-wechselt hatten. Gut drei Viertel wissen nicht, wer Niki Lauda ist und der Rest, der ihn kennt, versagte fast völlig bei der Frage, warum Niki Lauda immer eine Mütze trägt? Der Name Fassbinder wird von über der Hälfte als Berufsbezeichnung eingeordnet, Johnny Weissmüller kennt nur jede Zwanzigste und die Insel von Robinson Crusoe vermuten doch immerhin 42% im Mittelmeer, 15% meinen auch sicher zu sein, dass es sich dabei um die Insel Malta handelt.

Den Big Mac hatten schon die Amerikaner per Luftbrücke nach Westberlin eingeflogen, glauben 45%. Und schon immer gibt es Haarschaum und die Unisex-Hairstyling-produkte nach dem 2. Weltkrieg (71%). Fast alle glauben: Die original Curry kommt aus Berlin, original Sauerkraut aus Ostfriesland, die Hachse aus Bayern, der Sauerbraten aus Köln und das Kassler aus Kassel.

Sie haben noch nie einen Snickers mit roter Verpackung gesehen. Sie wissen nicht, dass  Daten auch auf Kassetten gespeichert werden konnten, denn sie haben auch noch nie eine Diskette gelocht, geschweige denn umgedreht.

Sie kennen den Herrn Kaiser von der Hamburg-Mannheimer gar nicht oder fragen, ob das der aus dem Fernsehen mit cooler Brille und krassem Seitenscheitel ist. Sie kennen die netten Herren von Persil und Tschibo nur bedingt (22%), einen Persilschein kann niemand so richtig erklären. Aber 100% glauben nicht, dass Frau Sommer nicht mit Dr. Sommer von der Bravo verheiratet ist, sondern bei Jakobs-Kaffee arbeitet und an Festtagen ein Pfund Krönung mitbringt. Respekt!

Den Begriff Käfer sortieren 99 von 100 sofort zu Volkswagen nach Wolfsburg, zwei Drittel wissen sogar, dass der Motor beim Käfer hinten ist und dieselbe Anzahl dementiert, dass Adolf Hitler je mit einem solchen Käfer gefahren ist. Drei Viertel der Abi-Mädels 2009/10 nennen bei der Frage nach einer Automarke sofort BMW oder AUDI. Volkswagen wird nicht genannt, dafür aber die Modelle GOLF und POLO. 99% kennen Michael Schumacher, aber nur 3% den verstorbenen Politiker Kurt Schumacher. Auf die Farbe Lila fällt den meisten eine Kuh ein, bei Rot wird das Blut benannt, bei Gelb die Post. Blau verbinden die meisten sofort mit einem Zustand und Grün mit Natur. Grau und Schwarz mögen nicht einmal 3% aller Befragten, Weiß fast 100%.

In die USA wollen fast 80%, aber nur 12% halten die Weltpolitik der USA für gut. Kaum 10% meinen, dass die Justiz in Deutschland gerecht wäre und begründeten das mit weltfremden, alten Männern. Nur 3% würden einem männlichen, aber immerhin 34% einem weiblichen Politiker glauben. Fast 70% der angehenden, weiblichen Abiturienten glauben, dass von den Städten Amsterdam, Berlin und London die englische Hauptstadt am nördlichsten liegt und dass London auch nach Einwohner bemessen zu den 10 größten  Städten der Welt gehört. Deutschlands größte Stadt, Berlin, würde mit Sicherheit (92%) den 100 größten Weltstädten zuzuordnen sein.

Ach ja, zum Schluss noch drei 100%-Treffer: Alle wussten, wer Albert Einstein war und dass Bayern München ein Fußballverein ist.

Und, –  alle kannten auch die PISA-Studie!

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Über berni43

Baujahr 1943 ABI 1961 Diplom (Ing) 1965 Studium BWL (PBW) 1981 Prom. 2009 Leitender Dipl.Ing. ab 1971 Freiberuflicher Ing. ab 2008 Promo Holograph Laser-Systems UoC (USA) 2009 Technical Advisor SONY-Group TOKIO 2010 STRAWFISH-Group BERLIN ab 2011 Spezielle Media Holografie/3D ab 2012 Spezialist Kommunikation, Mediator, Schulungsleiter Präsentationen, Technical Advisor Group Holografie
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Eine Antwort zu Abi-Kinder heute!

  1. Reiner Schulze schreibt:

    Klasse, toll, herrlich, und jedes Jahr fährt mindestens eine Bundestags- oder Landtagsdelegation nach Finnland, um das ehemalige DDR-Bildungssystem zu bewundern. Wozu die sogenannte deutsche Einheit? Da steckt doch Absicht dahinter. Während Bildung in der dritten Welt angemahnt wird, findet hier die Verblödung der Jugend statt. Ein ehemaliger Wessi aus Thüringen.

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