Der Spatz aus Deutschland!

Premiere ist am 8. Juni in Warschau zum Start der Fußball-Europameisterschaft. Test für eines der millionenschwersten Überwachungsspektakel von Europa. Die vergangenen 8 Monate hatten es in sich: Ein technisches Brainstorming-Treffen jagte das andere, ein Planungsgespräch folgte dem nächsten und kaum zählbare Organigramme wurden in genauso wenig zählbaren Protokollen wieder und wieder verändert. Nun aber steht das vielleicht größte Spionagesystem Europas: INDECT!

Es ist sicher heute das umfassendste Überwachungsprogramm, das je installiert wurde und schließt die gesamte Kommunikationstechnologie unseres heutigen Wissenstandes ein, das Internet eingeschlossen! Menschen auf der Straße werden dieses System weder wahrnehmen, noch diesem entgehen können. INDECT sammelt intensiv seit nunmehr einem Jahr sämtliche Text- und Bilddaten aus Foren, allen Plattformen der Social-Networks und  Suchmaschinen, um sie in einen Spezialpool einzulagern, nachdem diese logisch sortiert mit staatlichen Datenbanken und öffentlichen Kommunikationsdaten abgeglichen wurden. Es folgen die Kamerabeobachtungen auf der Straße, die nach bestimmten Prioritäten geordnet werden. Mehr als 100 Merkmale von Verhaltensweisen einer observierten Person erkennt das System. INDECT wird wissen, wo wir sind, was wir tun, weshalb wir es tun und was wahrscheinlich aus diesem Verhalten unsere nächsten Schritte sein werden. INDECT wird unsere Freunde kennen, den Ehepartner, wird wissen, wo wir arbeiten, was wir in der Freizeit tun, welchen Vereinen, Gruppen oder Parteien wir angehören und insbesondere, was wir in diesen Personenstatements darstellen. INDECT wird beurteilen, ob wir uns auf der Arbeit und in der Freizeit normal oder unnormal (Auffälligkeitsphasen 1 bis 5) verhalten. Wie lange nun Identifizierungen von Personen aus den Euroländern dauern, wie schnell aus dem Datenpuzzle ein von uns verwertbares Bild mit allen Wahrscheinlichkeiten der Gefährlich- oder Harmlosigkeit konstruiert ist und wie schnell mit allen dazu notwendigen und beteiligten Gruppen ein Zugriff auf uns erfolgen könnte, das nun soll an 3 Tagen im Stadion „Narodowy w Warszawie“ (Warschau) bei den Spielen des polnischen Nationalteams erprobt werden. Ein Test, den das System  längst bestanden hat und nur noch die offizielle Zertifizierung für die anderen europäischen Staaten braucht, die dieses Supersystem finanzieren.

Das Schmuckstück, der „Sparrow“ (Spatz), kommt natürlich aus deutschen Landen, frisch an den Himmel! Deutschlands Produktion und Lieferfreudigkeit in Sachen technologischer Funktion wie bei den Feuerwaffen, Fahrzeugen, Schiffen und U-Booten ist ja weitgehend kein Geheimnis, warum sollten also nicht auch deutsche Firmen die Drohne entwickeln, die, kaum zu erkennen, hoch über unseren Köpfen schwebt und ganz hervorragende Bilder über unser Tun aufzeichnet. Schließlich kann nicht in jeder Ecke einer Sportarena eine Kamera hängen, ganz abgesehen davon, dass diese nur begrenzte Mobilität besitzt. „Sparrow“ hat tatsächlich kaum größere Ausmaße wie ein Spatz, ist mit mehr als 50 km/h relativ schnell und extrem wendig in seinen Flugmanövern. Nach, zwar unbestätigten, Informationen soll er auch über die Möglichkeit einer Selbstzerstörung verfügen. Auch wenn dies unwahrscheinlich klingt, ist es dennoch nicht auszuschließen. Die im „Sparrow“ verwendete Kameratechnik soll einzigartig sein und ist den meisten nicht völlig bekannt. Aus diesem Grunde wird ein Selbstzerstörungsmodus wieder logisch! Fakt ist, dass die Kameras u.a. mit neuartigen Detektionssystemen ausgestattet sind, die sensorisch auf mikroelektronischen Schaltungen beruhen und Mikrowellen-, Millimeterwellen- oder Terahertzstrahlung emittieren und messen können. Die Objekte, also auch Menschen, reflektieren die Wellen. Solche Systeme können auch Personen in Räumen bzw. hinter Mauern erkennen, den Mikrowellen durchdringen z.B. Beton von mehr als einem halben Meter Dicke. Für die Tests in Polen wird die Ausstattung soweit mit Sicherheit nicht gehen, die Mikrokameras in den „Sparrows“ werden sich als fliegende Kameras (sogenannte „Unmanned Aerial Vehicles“ = UAV) auf die Standards begrenzen.

Solche UAV wie die „Sparrows“ sollen „intelligent und autonom“ vernetzt werden und miteinander kooperieren, um verdächtige bewegliche Objekte automatisiert und eigenständig sowohl identifizieren als auch in Räumen mit hohen Personenzahlen per Schwarmverhalten verfolgen zu können. Dabei nutzen sie präventiv nicht nur die biometrischen Daten aus Pässen und Personalausweisen, sondern auch alle Personenkennzeichen in eigens gesammelten  Datenpools. Eine weiterentwickelte Computerlinguistik, deren Suchroutinen in der Lage sind Beziehungen zwischen Personen sowie den Kontext einer Unterhaltung bei der Interpretation der Sprache mit einzubeziehen (Chats, Handys), ist ebenfalls vorgesehen.

Den politischen Kreisen in Polen zu glauben, INDECT wäre zur Zeit kein Anwendungsfall, widersprechen in den letzten Wochen nicht wenige Kenner dieses Systems. Auch Hinweise in Deutschland, dass in einigen Großstädten bereits zum Ende 2012 (Obligation München!) INDECT zur Anwendung kommt, dürften kaum geleugnet werden. Anders ist auch nicht zu erklären, warum in aller Stille, unter passiver und aktiver Kollaboration aller Parteien und Abgeordneten des Deutschen Bundestages, am 15. Dezember 2011 in erster Lesung der “Entwurf eines Gesetzes zur vierzehnten Änderung des Luftverkehrsgesetzes” vom 8.12.2011 innerhalb von 30 Sekunden durch unser Parlament ging. Reden wurden öffentlich nicht gehalten, sie wurden sicherheitshalber nur “zu Protokoll gegeben”.

Inhalt: Der Gesetzentwurf ermöglicht in vom Bundesverkehrsministerium verhängten „Flugbeschränkungsgebieten“ den Einsatz von mit Kameras bestückten Drohnen, die „neben ihren ursprünglich militärischen Einsatzbereichen derzeit insbesondere auch bei der polizeilichen Gefahrenabwehr“ für erforderliche Abwehrmaßnahmen einzusetzen sind.

 

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Über berni43

Baujahr 1943 ABI 1961 Diplom (Ing) 1965 Studium BWL (PBW) 1981 Prom. 2009 Leitender Dipl.Ing. ab 1971 Freiberuflicher Ing. ab 2008 Promo Holograph Laser-Systems UoC (USA) 2009 Technical Advisor SONY-Group TOKIO 2010 STRAWFISH-Group BERLIN ab 2011 Spezielle Media Holografie/3D ab 2012 Spezialist Kommunikation, Mediator, Schulungsleiter Präsentationen, Technical Advisor Group Holografie
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9 Antworten zu Der Spatz aus Deutschland!

  1. Plejades schreibt:

    Das System fuss nicht auf einer verfassungswidrigen Vorratsdatenspeicherung, sondern aus dem, was IHR ALLE, SELBER ins Netz stellt.
    Da wird gejammert, wenn jemand seinen Personalausweis zeigen muss, um ein Pre-Paid-Handy zu kaufen. Da gibt es Theater, wenn man seine Bank-Daten rausrücken muss, um eine Finanzierung zu machen. Da gibt es einen Aufschrei, wenn Vermieter immer mehr dazu über gehen, eine Schufa-Auskunft von neuen Mietern zu verlangen, aber auf Facebook, da wird nicht mit persönlichen Daten gegeizt.
    Da wird, ohne Zögern, der Weltöffentlichkeit Das Foto, mit Namen, alles Schulen, die man besucht hat, sämtliche Arbeitgeber für die man tätig war, die sexuelle Orientierung, Ex-Partner, Haustiere, die Kreditkartennummer, die Achselhaarfarbe, persönliche Vorlieben und Abneigungen und nicht zu vergessen, ein sprachliches Profil präsentiert, an dem man den Bildungsstand und den sozialen Status erkennen kann.
    Und aus welchem Grund?
    Damit man nur sofort mitbekommt, wenn die Schulfreundin, die vor 30 Jahren so scharf ausgesehen hat, sich endlich von ihrem jungen, muskulösen Millionär mit Nobelpreis trennt, damit man trotz Hartz IV und 22,5 qm-Wohnung seine grosse Chance nicht verpasst.

    Die Menschen betteln um Überwachung.
    In Amerika lassen sich Menschen im Namen der persönlichen Sicherheit FREIWILLIG RFID-Chips implantieren, wie das Nutzvieh.
    …Strenggenommen sind wir ja nichts anderes.
    Der Staat braucht nicht viel zu überwachen ihr sagt ihm doch alloes selber…

  2. Pingback: Der Spatz aus Deutschland! | Schnanky

  3. Dr.Rothers schreibt:

    @ARNO: Das stimmt nicht so ganz und ist auch rein technisch etwas oberflächlich dargestellt.

    1. Der Begriff Drohne schließt alle speziellen Flugkörper unabhängig von ihrer Bauart und Größe mit unterschiedlicher Zielsetzung ein. Also ein Quadrokopter (4 Motoren) ist nur eine Art der Drohnen! Auf dem Foto sieht man also eine Drohne vom Typ Quadrokopter.
    2. Technische Grundtypen in Art der Quadrokopter sind nicht nur für spezielle Beobachtungen wie z.B. verfolgende Observationsmaßnahmen völlig ungeeignet, weil sie viel zu groß sind. Aufgrund der sehr kleinen Baugröße von hochwertigen Kameras werden in Deutschland Drohnen entwickelt, die die Größe einer Männerfaust nicht überschreiten sollen, um die „Sichtbarkeit zu optimieren“ (made in Germany!).
    3. Das Luftfahrgesetzt wurde nicht allein wegen der Größe, sondern insbesondere wegen der Flughöhe geändert. Eine Minidrohne mit prägnanter Aufnahmetechnik erreicht ganz locker 500 Meter Flughöhe und ist nur schwer auszumachen (Da reicht keine Zwille und ein Kieselstein trotz gutem Zielen!).
    4. Es wurde zwar in internen Technikerkreisen bekannt, dass sowohl bei den Amerikanern wie auch in Deutschland die neueste Generation von echten Minidrohnen (was bisher unter diesem Namen bezeichnet wird, hat wohl wenig mit Mini zu tun) vor dem Abschluss steht, zumal die Kamera- und Aufzeichnungstechnik längst zum Einbau bereit steht, aber es gibt bisher nur geheime, ernstzunehmende Hinweise, aber keine Veröffentlichungen. Das betrifft insbesondere die als völlig neu hingestellte, konzipierte Antriebstechnik.

    Auf der anderen Seite: Gesehen hat die Öffentlichkeit noch nichts von diesen „Dingern“. Aber wir wissen wahrscheinlich auch nur wenig über das, was wirklich hinter und um INDECT steckt.

  4. Arno schreibt:

    Also ich sehe auf dem Foto einen Quadrokopter, keine Drohne. Quadrokopter in Spatzengröße gibt es nicht – die wären gar nicht flugfähig. Drohnen, für die das Luftfahrtgesetz geändert wurde, sind dann doch *etwas* wuchtiger (um die 250 kg) als etwa Quadrokopter, aber selbst Drohnen lassen sich relativ einfach mit Mitteln aus dem Elektronikladen vom Himmel holen. Für Quadrokopter reicht ne Zwille und ein Kieselstein (gut zielen!).

    • Arno schreibt:

      Noch zwei Nachträge: INDECT ist eine hochgradige Sauerei und beinhaltet immanent eine (in DE verfassungswidrige) „Vorrats“datenspeicherung. Insofern ist höchste Wachsamkeit angesagt, denn die EU-gelenkten Behörden machen, was sie wollen und kümmern sich nicht um Gesetze.

      Zweite Info: Quadrokopter-Bausätze gibt’s ab etwa 1000 Euro und benötigen zum Betrieb keine behördliche Genehmigung. Quadro- und Hexakopter werden in DE auch bereits von Privatleuten zur Überwachung von Prügelbullen auf Demos eingesetzt.

  5. Pingback: INDECT – Ein orwellscher Überwachungsalbtraum wird wahr | politropolis

  6. sunnyromy schreibt:

    danke super text!!! sehr seriös und professionell erklärt! ich hoffe wir schaffen es, gegen diesen Wahnsinn vorzugehen… uns läuft langsam die Zeit davon…!

  7. Pingback: European-wide Protest Day against #INDECT on 28/07/2012 « SunnyRomy

  8. sunnyromy schreibt:

    Reblogged this on SunnyRomy.

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