INDECT: „Ich weiß, was Du gestern getan hast!“

Vormerkungen: Wir, ein als weitgehend wegen zu erwartender Schwierigkeiten im Beruf anonym auftretendes Team aus Berlin, danken hier nochmals dem Berni, der selbst als Bürger und Parteimitglied der Piraten gegen INDECT die Hand zu erheben versucht, dafür, dass er uns seinen Blog zur Verfügung stellt. Und er tut das, obwohl ihm – wie wir erfahren haben – diesbezüglich auch schon Schwierigkeiten ins Haus stehen, da er freiberuflich selbst im technischen Zulieferbereich zu Firmen steht, die INDECT bedienen.

Fakten: Nach langen Recherchen und vielen Anfragen, sogar öffentlichen Aufrufen und Bitten im Internet, haben wir Kontakt zu 2 Personen erhalten, die zum ersten im technischen (Hardware), zum zweiten im organisatorischen (Software) Bereich für INDECT arbeiten. Beide Personen sind uns zwar dem Namen nach bekannt, wir hatten aber keinen persönlichen Kontakt, sondern waren nur per Mailadresse verbunden. Damit wir hier nun nicht an Trolle vom Typ Möchtegern geraten, haben wir aufgrund unseres schon weitreichenden INDECT-Wissens vorab einige Testfragen gestellt, die nur ganz speziell in INDECT eingebundene Mitarbeiter sofort zu beantworten imstande sind, was zu unserer vollsten Zufriedenheit auch vollzogen wurde. Wir gehen also mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die Antworten auf unsere 10 Fragen von Fachleuten beantwortet der Realität über INDECT entsprechen. Eine 100pro Sicherheit können wir aber auch unter diesen Voraussetzungen nicht abgeben!

Antwortstellung: Beide Personen haben sich erbeten unsere Fragen nur mit einem JA, einem NEIN oder einem KEINE STELLUNGNAHME zu beantworten. Letztere Alternative dann, wenn die Befragten zum Inhalt der Frage nur Vermutungen, keine fundierten Kenntnisse abgeben können. Wir gehen davon aus, dass beide Personen die Antworten des jeweils anderen vorher nicht wussten bzw. ausgetauscht haben.

Schlusshinweise: Hinzuzufügen sei noch, dass beide Personen bei der Veröffentlichung durch uns darauf hinweisen, dass sie ihrer vertraglichen Verpflichtung dahingehend nachgekommen sind, keine technischen und funktionsbeschreibenden Detaildaten über jede bei INDECT zum Einsatz geplante Anwendung weitergegeben zu haben. Darüber hinaus haben uns beide gebeten, unsere zweite Frage ausschließen zu dürfen, da sie diese zwar richtig beantworten könnten, aber aus hier nicht genannten Gründen keinesfalls beantworten wollen! Ferner sei bemerkt, dass Blogbesitzer Berni nur diesen geschriebenen Text bekommen hat und keine weiteren Kenntnisse über Personen und deren Mailadressen hat.      .- i.A. Kalle

Die 10 Fragen:

1. Frage: Ist das Projekt INDECT tatsächlich schon abgeschlossen und einsatzbereit, so dass Installationen der Kontroll- und Überwachungsmöglichkeiten an verschiedenen Orten als Testgebiete für die Demonstration prototypischer Systeme mit wetterfesten Miniatur-Computer, Kameras, Mikrofonen sowie allen biometrischen Sensoren, Handyidentifizierung, Übertragungsscanner, Überwachungsgeräte, GPS, Mikro-Sender, RFID-Tags usw. usw. möglich und startbereit wären?
J – J

2. Frage: Wir haben aus Datenschutzkreisen Bayerns gehört, dass INDECT in Deutschland bereits seit Frühjahr dieses Jahres im Testeinsatz ist, insbesondere bei Großveranstaltungen, in Hauptbahnhöfen und auf Flughäfen. Stimmt das?
(Frage wurde ausgeschlossen!)

3. Frage: Dass INDECT unheimlich viele Internetplattformen entert und vom kleinsten Privatforum bis hin zu Facebook alles text- wie personenspezifisch analysiert, ist bekannt. Stimmt es, dass zum Aufbau riesiger Personendatenpools aus behördlichen Kreisen länderspezifische Stammdaten eingebracht wurden und man bereits damit begonnen hat, sich aus Ermittlungsgründen daraus zu bedienen?
J – J

4. Frage: Die Zielsetzung im Projektvorschlag von INDECT soll seit Ende 2011, nach der ethischen Prüfung mehrmals verändert bzw. ergänzt worden sein. Ist es richtig, dass das sowohl maßgeblichen Politikern wie auch Datenschutzpersonen auf europäischer oder inländischer Ebene verborgen und so unwidersprochen blieb, obwohl die neue Richtung INDECT eindeutig beim offiziellen Start 2013 zum Universalspionageprogramm erhebt?
J – K

5. Frage: Die zentrale Datenspeicherung unter INDECT soll Personen aufgrund spezieller Computerlinguistik sortieren und mit einer Wertung unterlegen, wenn ein Diskussionskontakte zu Vorbestraften, Verdächtigten und Einsitzenden oder durch Kontext einer Unterhaltung eine auffallende Interpretation der Sprache vorliegt. Diese Wertung soll der Art nach einer Ratingquote ähneln, die ab einer bestimmten Größe automatisch Untersuchungen bei den entsprechenden Personen einleitet. Ist das Fakt?
K – J

6. Frage: INDECT sollte ursprünglich nur ein Forschungsprojekt sein, scheint aber zu einem Werkzeug zur Erschaffung des gläsernen Bürgers, angeblich zur Sicherheit der Bürger, auszuufern. Ist es richtig, dass INDECT bereits damit begonnen hat und in der Lage ist, sämtliche Einwohner an diversen Orten biometrisch zu scannen, um diese mit vorliegenden Daten abzugleichen?
J – J

7. Frage: Größere Unternehmen, nicht nur staatliche, sollen mit ihren bestehenden Überwachungsanlagen INDECT angeschlossen werden, damit nicht nur öffentliche, sondern auch private Beobachtungsflächen abgedeckt werden. Gleichzeitig soll INDECT angeblich dafür relevante Daten für die privaten Unternehmen bereitstellen? Richtig?
K – J

8. Frage: Mobile Videotechnik, Telematikmodule und Erfassungssoftware werden u.a. von deutschen Unternehmen entwickelt. Dazu gehören mobile Flugsysteme, sogenannte Drohnen, die extrem klein und völlig neuartig konzipiert sind. Wir haben gehört, dass diese High-Tech-Flugkörper nur auf privatem Gelände getestet, wie Erlkönige geheim gehalten werden, keinen öffentlichen Einsatz hatten und den Medien völlig unbekannt sind?
J – J

9. Frage: Es wird in Datenschutzkreisen gemunkelt, dass schon die gesamte Telekommunikationsüberwachung, also Vorratsdatenspeicherung, in INDECT implementiert ist?
K – J

10. Frage: Unsere letzte Frage. Die maßgeblichen Projektleiter der AGH University Of Science And Technology in Krakau betonen unvermindert trotz massiver Proteste aus der Bevölkerung, dass INDECT ein Forschungsprojekt ist, das nicht das Ziel zu einer globalen Überwachung der Bevölkerung hat. Deshalb sind die meisten Partner von INDECT  akademischer Herkunft, deren Ziel es einzig sei, Innovation und Fortschritt durch die Forschung in Bereichen wie digitale Wasserzeichen, künstliche Intelligenz, Bilderkennung und Signalverarbeitung zu erarbeiten, um dies auf einer universellen Datenplattform zum Schutz aller Bürger und unseren demokratischen Werten vor Terrorismus und Kriminalität zu vereinen. Glauben Sie, dass diese Worte das reale Ziel von INDECT darstellen?
N – N

FAZIT: Bei aller Danksagung zur – wenn auch mäßigen – Auskunftsbereitschaft von einem kleinen Teil des Mitarbeiterstabs des Projekts INDECT wollen wir es hier nicht versäumen, einen Teil der Namen jener Führungspersönlichkeiten zu nennen, die – trotz Bitte um Fragenbeantwortung – kein Feedback vorgenommen haben. Sollte es tatsächlich bei den benannten Personen vorgekommen sein, dass unsere schriftliche Anfrage sie nicht als Empfänger persönlich erreicht hat, so kann dies unter der Mailadresse des Namens POWEROLDIE43 unter der Domäne von YAHOO.COM leicht nachgeholt werden. Bei Echtheit veröffentlichen wir an dieser Kommentarstelle jeden Beitrag!

Nicht geantwortet haben uns:  Andrzej Dziech und Andrzej Czyżewski (general chair); Czeslaw Jedrzejek,  Ioannis Klapaftis, Suresh Manandhar und Nils Johanning (technical program); Paweł Korus und Piotr Romaniak (organization team);  Ola Amayri und Gilles Berger-Sabbatel (data modeling and malware network); Peter Wais und Manuel Urueña (video-watermarking and system-security).

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Über berni43

Baujahr 1943 ABI 1961 Diplom (Ing) 1965 Studium BWL (PBW) 1981 Prom. 2009 Leitender Dipl.Ing. ab 1971 Freiberuflicher Ing. ab 2008 Promo Holograph Laser-Systems UoC (USA) 2009 Technical Advisor SONY-Group TOKIO 2010 STRAWFISH-Group BERLIN ab 2011 Spezielle Media Holografie/3D ab 2012 Spezialist Kommunikation, Mediator, Schulungsleiter Präsentationen, Technical Advisor Group Holografie
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13 Antworten zu INDECT: „Ich weiß, was Du gestern getan hast!“

  1. sunnyromy schreibt:

    das problem ist einfach, dass … selbst wenn wir hier definitive beweise schwarz auf weiss auf den tisch knallen würden. mindestens 70-8ß% der bevölkerung fix davon ausgehen, dass es entweder schwarzmalerei, verschwörung oder übertreibung ist … selbst aus der linken szene höre ich aktivisten daran zweifeln, ob/dass dieses projekt wirklich „kommt“ … es ist einfach ZU ARG um es zu glauben … das offensichtlichste ist oft am schwersten erkennbar… war doch schon beim versteckenspielen immer so 😉

  2. Pingback: Befragung zweiter INDECT-Mitarbeiter – Globale Überwachung « Klardenker Esslingen a. N.

  3. ein witz schreibt:

    @j.velten. und du denkst das du noch was zu sagen hast (wie es letztentlich verwendet wird)?
    wenn privat firmen zugriff auf daten bekommen die normalerweise niemanden etwas angehen..

  4. j.velten schreibt:

    Ich kann die hier gemachten Angaben nicht gänzlich leugnen, jedoch sei mir als Forscher für Indect der Hinweis gestattet, dass es sich bei diesem Forschungsprojekt um eine Notwendigkeit handelt, die ausnahmslos dem Schutz der wertvollen demokratischen Werte aller europäischen Völker dient und die Bürger sicher nicht zu Überwachungsobjekte macht. Wie naiv seid ihr eigentlich?

    • Jan schreibt:

      Natürlich sind wir naiv! Viele sogar doof. Die meisten aber sind faul und zu bequem gegen euch gesindel vorzugehen. Selten hat es um ein projekt soviel geheimhaltung gegeben. Das macht sinn! Ich bin jung und werde es noch erleben. Gefangen in einer freien welt, die die demokratischen regeln selbst schreibt und mir einredet: sei lieb junge, wir beschützen dich!

    • G.Ebener schreibt:

      J.V. erinnert mich doch stark an Erich Mielke, der seinerzeit die Stasi als Schutzorganisation für die DDR-Bürger bezeichnete und dem Volk zurief „Ich habe euch doch alle lieb!“

    • AlterKnacker schreibt:

      Eine ‚wunderbar‘ abgesonderte Blubberblase, Du (j.velten) kannst wirklich stolz auf Deine Arbeit sein. Könnte direkt zu meinem Beitrag passen, den ich gerade über den Begriff des „Unternehmers“ (http://freies-in-wort-und-schrift.info/2012/08/30/die-deutsche-sprache-verhunzt-stichwort-unternehmer/) geschrieben habe und das Wort „Forscher“ ist ja auch nix anderes als ein Begriff.

    • sunnyromy schreibt:

      ich glaub das war satirisch gemeint … ernst gemeint jedenfalls kann es nicht sein^^ wir leben halt leider in der realität und nicht in eurem gehrinwäsche parallel universum … und ich kann nicht ganz glauben dass du für INDECT forscht, du hättest dich sicher nie hier zu Wort gemeldet…

  5. bigbadbonsai schreibt:

    hab neulich irgendwo in der Stadt ein Schild gesehen:
    „1984 war als Roman geplant, nicht als Handbuch.“ Hat sich Fr. Merkel auf der Suche nach der vorherschenden Meinung bestimmt wieder einmal so schnell um die eigene Achse gedreht, dass sie es irgendwie vertauscht hat, aber sie scheint ja in guter Gesellschaft zu sein.. Schäuble z.B. und selbst unser guter Hr. Gauck scheint plötzlich Europa über das Grundgesetzt zu stellen..

    Hab mir schon überlegt, ob wir unsere Demokratie nicht langsam beerdigen sollten, sie liegt ja nun schon lange genug in der Sonne und stinkt zum (überwachten) Himmel.

    Zum Glück ist es ja nicht strafbar das GG zu brechen, wenn man die richtigen Leute kennt (oder kauft), oder auch alles abstreitet und verharmlost oder beschönt, um die Menschen dann vor vollendete Tatsachen zu stellen. .. aber wehe der gemeine Pöbel geht auf die Straße um seine Meinung kundzutun und zivilen Ungehorsam auszuüben, dann gibts gleich tausende Polizisten und für alle Fälle gleich mal noch Tränengas und Wasserwerfen.. aber ganz demokratisch gegen alle: Männer, Frauen und Kinder (unsere Polizei ist ja sogar inzwischen so weit entnazifiziert und demokratisiert, dass sie wirklich OHNE UNTERSCHIEDE auf Chaoten und friedliche Demonstrante gleichermaßen einprügelt [Sarkasmus aus])

    Der Brunnen geht so lange zum Brunnen bis er bricht. Nun, das selbe gilt für Wähler und Urnen. Da müsste man sich eigentlich gleich mal ein paar Antidepressionspillen von einem der führenden Pharmarisen einwerfen, um das auszuhalten., andererseits..

    es gibt ja auch Lichtblicke: die Piratenpartei (mir egal ob man die gut oder schlecht findet, auf jede Fall mal was anderes), Anonymous (Druck kann man manchmal auch von unten nach oben aufbauen), Islands sanierte Banken (jaja, mit VERURTEILTEN Bankern und zum Teufel gejagten Politikern und allem drum und dran), ein (hoffentlich) wiedergewählter Obama.. tja da wirds dann schon dünn.

    Ausserdem, dieses Jahr endet ja der Majakalender.. und da ist alles möglich 😉

  6. Dr.Rother schreibt:

    Wer die widersprüchlichen Antworten nicht weniger Europolitiker in bezug auf das Thema Indect durchleuchtet und hinterfragt hat, der erhält ein klares Resultat: Indect ist längst auf Tour! Sowohl in Polen (Euro 2012), in Deutschland, nachweislich Berlin (Wowi: Indect ist so notwendig wie dufte!) und Bayern (Emilia Müller: „Umso früher, umso besser!“), in Frankreich (Manuell Valls: Wir brauchen ein automatisches, fehlerfreies Indect!) und Österreich (FH Technikum Wien: 250.000 Kameras montiert, leider 100.000 rechtswidrig!) ist Indect präsent online. Und umso weniger darüber geredet wird, umso weniger Medien und Bürger darüber wissen, umso besser. Die Fragen hier sind nichts weiter als lockere Bestätigung dessen, was die Regierungsgilden Europas längst wissen: „Big Brother is watching you!“

  7. Pia Loana schreibt:

    Es hat seinen Grund, warum Projektleiter von INDECT solchen Fragen aus dem Weg gehen und völlig unbeantwortet lassen! Spätestens im Januar 2013 wird locker die Meldung öffentlich eintrudeln: INDECT ist mit Erfolg gestartet worden und schützt uns Bürger vor allem Bösen!

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