Mutti, wer hört denn am Handy mit?

abhoeraffaere

Mutti Merkel ist entsetzt. Ihre Handyoperationen werden, wie bei mindestens 23 weiteren Bundestagsabgeordneten, abgegriffen! Pssst! Freunde und Feinde hören mit!

Die Überraschung der Bundesregierung scheint gespielt. Der BND wie auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sind sehr genau darüber unterrichtet, mit welchen Schwerpunkten, mit welchen Mitteln, mit welchem Ansatz nicht nur die amerikanische NSA Spionage betreibt. So sind die Dienststellen, das heißt, das Bundeskanzleramt und der Bundesinnenminister, sehr genau unterrichtet worden. Oder etwa nicht so ganz wirklich?

Die arme Angela? Ach was! Geschieht ihr recht! Da hatte sie in der Bundespressekonferenz, dem letzten Interview vor der Sommerpause höchst persönlich, die ganze Abhöraffäre abgeblockt. Es gäbe nichts Neues und wir warten erst noch auf Antworten. Die nötigen Schritte sind eingeleitet, jetzt können wir nur noch abwarten. Sprach’s und verließ die Bühne. Nun hat sie erst einmal den Obama angerufen. Du, wer von euch hört bei meinem Handy mit? Keine Ahnung grunzte der Präsident, aber ich krieg’s raus, – versprochen!

Die globale Vernetzung der einzelnen Systeme ist einer der Grundbausteine des heutigen Internet. Die US-Agentur ARPA (Advanced Research Project Agency), heute DARPA ist mit ihrem ARPA-Net ein wesentlicher Teil des ursprünglichen Internet. Die neue Technologie machte Systeme wie das alte ECHELON überflüssig, da die Kommunikation jetzt eher kabelgebunden und nicht per Richtfunk und Satelliten ausging. Es musste also eine neue Art der Überwachung geschaffen werden, gerade vor dem Hintergrund des 11. September und dem Terrorismus mit seinen global verstreuten Zellen

Bedingt durch einen Wandel der Kommunikationsmethoden musste eine neue Methode der Spionage erschaffen werden. STUXNET ist eines der Beispiele, wie Spionagetools eingeschleust und auch zur Störung von Produktionsabläufen genutzt werden können. Was liegt also näher, als die Konzerne mit ins Boot zu holen, über die ein Großteil der Kommunikation abgewickelt wird? Unter dem Begriff „Stellar Wind“ wird ein groß angelegtes Überwachungsprogramm ins Leben gerufen. Unter dem Deckmantel des „Protect America Act“ entstanden die Programme „Mainway“, „Marina“ und „Nucleon“. Auch das Projekt „US-98XN“ – jetzt bekannt als PRISM – wurde ins Leben gerufen. Das Programm „Boundless Informant“, welches Snowden ebenfalls offenlegte, macht klar, dass Deutschland einer der am dichtesten Überwachten Bereiche auf dem Globus zu sehen ist.

Die deutsche Regierung hielt sich sehr zurück, was vor dem Hintergrund der langjährigen Zusammenarbeit von BND, MAD und NSA keinesfalls überrascht. Es existiert bis heute eine amerikanische Anlage am Rand des August-Euler-Flugplatzes bei Darmstadt, die von den USA als „Dagger Complex“ bezeichnet wird. Ob diese an PRISM beteiligt ist, ist angeblich nicht klärbar. Aber sie steht nun mal auf deutschem Boden und dient nur amerikanischen Zielen. Mittlerweile zeigte sich, dass anscheinend tausende US-Firmen mit Geheimdiensten kooperieren. Das Beispiel Microsoft zeigt, dass Sicherheitslücken erst an die Geheimdienste gemeldet wurden um deutlich später erst eine Mitteilung an die Nutzer dieser Programme abzugeben, um ein Update zur Beseitigung der Lücke zu erstellen. Die NSA sollte zuerst die Möglichkeit erhalten, die Schwachstellen auszunutzen.

Es hat sich mittlerweile herausgestellt, dass es ein weiteres Abhörsystem in Europa gibt. Der englische Geheimdienst betreibt „TEMPORA“, eine noch viel umfangreichere Überwachung der Knotenpunkte zu den Überseekabeln, die die interkontinentalen Telefon- und Datenverbindungen ermöglichen. Die protokollierten Daten bleiben bei diesem Projekt für mindestens 30 Tage gespeichert. Auch wurde bekannt, dass beim G20-Gipfel in London Teilnehmer gezielt überwacht wurden. Mithören der Handyverbindungen bis hin zum Einsatz von Wanzen, getarnt als die phantasiereichsten Objekte, ergänzten die vollständige Palette der Überwachungsmöglichkeiten. Angeblich überwacht der US-Geheimdienst NSA jeden Monat rund eine halbe Milliarde Telefonate, E-Mails und SMS in Deutschland. An Spitzentagen seien es bis zu 60 Millionen Telefonate. Davon soll unsere Regierung also nichts wissen? Eine Anfrage des Justizministeriums bei der englischen Regierung wurde mit der folgenden Antwort bedacht: „Wie Sie ja wissen, nehmen britische Regierungen grundsätzlich nicht öffentlich Stellung zu nachrichtendienstlichen Angelegenheiten.“ Der geeignete Kanal für solche Gespräche seien die Nachrichtendienste selbst. Ach ja? Sackgasse, denn unser BND weiß ja angeblich gar nichts davon. Immerhin dementieren die Franzosen gar nichts und bestätigen, dass ihr Auslandsgeheimdienst auch in Frankreich abhört. Es werden die Verbindungen zu Facebook und Twitter sowie E-Mails und SMS protokolliert und gespeichert. Alle anderen französischen Geheimdienste haben Zugriff auf diese Daten.

Microsoft stellt den Geheimdiensten in Amerika umfangreiche Daten zur Verfügung. Es wurde sichergestellt, dass die NSA Zugriff auf die Daten des Maildienstes Outlook.com hat. Auch die Verschlüsselung der Verbindungen von Skype wird für die NSA umgangen, damit entsprechend protokolliert werden kann. Es ist der NSA also vollständiger Zugriff auf Daten, Netzwerke und Server gegeben worden. Und Deutschland? In den letzten Tagen mehrten sich die Hinweise, dass auch der BND großangelegt abhört. Der Internet-Knoten De-CIX in Frankfurt ist einer der größten Knotenpunkte für Internet-Datenverkehr in Europa. Hier betreibt der deutsche Nachrichtendienst eine entsprechend ausgelegte Abhöreinrichtung.

Dem BND, und somit der Regierung, ist auch bekannt, dass PRISM nicht nur flächendeckend alle Daten für bis zu 6 Monaten speichert, vielmehr ist auch bekannt, dass die sogenannten Metadaten wie E-Mail-Adressen, Betreffzeilen, User-Server für immer gespeichert werden. Eigens dazu wird derzeit in den USA ein neues NSA-Rechenzentrum erbaut, welches dann eine Speicherkapazität von angeblich 16 Yottabyte (eine 16 mit 24 Nullen!) haben soll. Die Amerikaner nennen das „Warehousing“, was einfach mit „Einlagern“ zu übersetzen wäre.

In Deutschland werden auch Adressen der Briefpost eingescannt. Diese werden dann, nach Auskunft der Post zur leichteren Zollabfertigung, an die Behörden in den USA gemeldet. Auch in Amerika selbst werden Adressen von Absender und Empfänger von Briefpost eingescannt und gespeichert. Auch hier findet eine geheimdienstliche Auswertung statt. Auch der Bundeswehr ist PRISM sicher ein Begriff, denn es wurde doch in Afghanistan auch durch die deutschen Truppen genutzt. Die Regierung weiß aber angeblich nicht, dass der Ursprung der Daten das derzeit diskutierte PRISM ist. Angeblich sollen die deutschen Truppen auf ein zufällig genauso genanntes Programm zugegriffen haben, was mal so schnell jemand für den Einsatz in Afghanistan programmiert hat. Aber da die Amerikaner dieses Programm bereitgestellt haben, erscheint es unwahrscheinlich, dass die mit zwei unterschiedlichen Programmen wie PRISM arbeiten, sondern vielmehr die Nutzung des Abhörprogramms auch den Deutschen zugänglich gemacht haben. Aber wie in der Einkaufspolitik, bei der Bundeswehr wissen Verteidigungsminister und Regierung nichts davon.

Bei den meisten Politikern gilt der Durchschnitt des deutschen Volkes als satt, dumm und politikverdrossen. Das muss auch so sein, denn vor halbwegs intelligenten Menschen könnten solche Regierungsmitglieder nicht bestehen.

Oder doch? Keiner weiß ja etwas! Angeblich!

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Über berni43

Baujahr 1943 ABI 1961 Diplom (Ing) 1965 Studium BWL (PBW) 1981 Prom. 2009 Leitender Dipl.Ing. ab 1971 Freiberuflicher Ing. ab 2008 Promo Holograph Laser-Systems UoC (USA) 2009 Technical Advisor SONY-Group TOKIO 2010 STRAWFISH-Group BERLIN ab 2011 Spezielle Media Holografie/3D ab 2012 Spezialist Kommunikation, Mediator, Schulungsleiter Präsentationen, Technical Advisor Group Holografie
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